Amiutqeirnielcen
To liebe Projektmenschen Amiutqeirnielcen Redaktion
Oktober 2026

Subject

Zwischen Product Owner Finance und Data Steward: Rollen im Spannungsfeld von Finanz und IT sortieren

Hallo zwischen Zahlen und Systemen,
Team aus Finanz- und IT-Mitarbeitenden ordnet Rollen an einem Whiteboard

Früher kanntest du zwei Hauptrollen im Projekt: Fachbereich und IT. Heute schaust du in Meetings auf eine bunte Reihe von Titeln. Product Owner Finance, Process Owner, Data Steward, Solution Architect, Plattform-Team. Alle reden mit, alle fühlen sich zuständig, alle haben gute Gründe. Trotzdem bleiben Entscheidungen liegen, Tickets hängen in der Luft und am Ende fragt der CFO, wer eigentlich verantwortlich war. Genau hier beginnt die Arbeit an Rollenprofilen zwischen Finanz- und IT-Bereich. Nicht mit einem neuen Organigramm, sondern mit einer nüchternen Bestandsaufnahme. Wer trifft welche Art von Entscheidung. Wer bereitet sie vor. Wer trägt die Folgen, wenn sie schiefgeht. Eine einfache Tabelle mit typischen Situationen hilft dir, erste Muster sichtbar zu machen und unausgesprochene Erwartungen auf den Tisch zu bringen.

Im ersten Schritt lohnt der Blick auf den Product Owner mit Finanzfokus. Auf dem Papier verantwortet diese Rolle oft den fachlichen Wert eines Systems oder einer Plattform. In der Praxis schwankt das Bild. Mal agiert der Product Owner wie ein Übersetzer zwischen Fachbereich und IT. Mal wie eine Mini-Projektleitung. Mal wie eine verlängerte Werkbank des Managements. Um Klarheit zu schaffen, kannst du die Aufgaben entlang dreier Linien sortieren. Erstens: Welche Entscheidungen darf die Rolle alleine treffen, etwa zur Priorisierung einzelner Anforderungen. Zweitens: Welche Entscheidungen müssen gemeinsam mit Finanzleitung oder IT-Architektur fallen. Drittens: Welche Themen darf der Product Owner bewusst nicht entscheiden, zum Beispiel Grundsatzfragen zur Bilanzierung oder zur Zielarchitektur. Wenn du diese Linien einmal sauber durchbuchstabierst, wird schnell sichtbar, ob der Titel zur gelebten Verantwortung passt oder nur als Etikett dient.

Daneben stehen Rollen wie Process Owner und Data Steward. Sie wirken auf den ersten Blick ähnlich, greifen aber an unterschiedlichen Stellen. Der Process Owner schaut auf Abläufe, Zuständigkeiten, Durchlaufzeiten, oft mit Fokus auf End-to-End-Prozesse vom Beleg bis zum Bericht. Der Data Steward konzentriert sich auf Begriffe, Datenqualitätsregeln und konkrete Felder in Systemen. In vielen Organisationen verschwimmen diese Rollen. Mal kümmert sich der Process Owner plötzlich um Stammdaten, mal der Data Steward um Prozessschritte. Das muss nicht falsch sein, wird aber gefährlich, wenn unklar bleibt, wer im Zweifel entscheidet. Eine Vergleichstabelle mit typischen Fragestellungen schafft hier Struktur. Wer legt fest, wie eine Kennzahl berechnet wird. Wer entscheidet, welche Quelle als führend gilt. Wer verantwortet, dass ein bestimmter Workflow im System tatsächlich so läuft wie dokumentiert. Wenn du zu viele doppelte Einträge siehst, hast du ein Signal für Überschneidungen, die im Projekt später Reibung erzeugen.

Schließlich stellt sich die Frage, wie Finanz- und IT-Rollen im Zusammenspiel mit Plattform- oder Produktteams funktionieren. Früher liefen viele Themen als einmalige Projekte. Heute bleiben sie als dauerhafte Produkte bestehen, etwa Reporting, Planung oder Konsolidierung. Das klingt modern, verschiebt aber Verantwortlichkeiten. Wer hält die fachliche Linie über mehrere Produkte hinweg. Wer schützt regulatorische Anforderungen, wenn mehrere Teams an denselben Daten arbeiten. Wer moderiert Zielkonflikte zwischen Stabilität im Abschluss und Änderungsdruck aus anderen Bereichen. Hier hilft ein einfaches Bild. Du ordnest Rollen auf zwei Achsen. Fachliche Tiefe und technische Nähe. Dann schaust du, welche Entscheidungen eher fachliche Dominanz brauchen und welche technische Führung. So erkennst du, wo Finanzrollen stärker ins Zentrum rücken sollten und wo IT-Rollen bewusst den Takt vorgeben. Am Ende geht es nicht um die perfekte Rollenlandkarte. Ergebnisse können sich je nach Organisation unterscheiden. Entscheidend ist, dass du Rollen nicht nur benennst, sondern ihre Verantwortung im Alltag vergleichbar und besprechbar machst.


Viele Grüße und gutes Sortieren,

Mara Scholz

P.S. P.S.: Wenn du beim Lesen merkst, dass mehrere Rollenbeschreibungen in deiner Organisation praktisch identisch klingen, ist das kein Fehler, sondern ein guter Startpunkt. Genau dort lohnt es sich, Aufgabenlisten nebeneinanderzulegen und bewusst zu entscheiden, welche Verantwortung wirklich doppelt bleiben soll.